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Geschäftsbericht Airport Service AG

Die Nachfrage nach den drei Geschäftsbereichen Sicherheit und Ordnung, Passagierdienstleistungen und Frachtdienstleistungen ist ungebrochen gestiegen. Es zeichnet sich ab, dass die Kunden teilweise schwierigen Marktsituationen ausgesetzt sind. Diese Kundenthematik schlägt sich im Resultat der Airport Service AG in den realisierten tieferen Margen nieder.

Bereich Sicherheit und Ordnungsdienste

Sicherheit

Die aufgrund der Weltsicherheitslage andauernden Verschärfungen der Kontrollvorschriften führen bei der Airport Service AG zu einer erhöhten Nachfrage nach Sicherheitsdienstleistungen. Insbesondere die höhere Nachfrage nach Gepäck- und Zutrittskontrolle am Flughafen hat zu einer Aufstockung des Personals geführt. Die Abgeltungspauschalen konnten jedoch aus vertraglichen Gründen nicht im gleichen Schritt erhöht werden.

Ordnungsdienste

In diesem Geschäftsbereich werden Ordnungsdienste für Anlässe und ausserordentliche Ereignisse sowie spezielle temporäre Betriebssituationen, wie Umbauten, Baustellen und Spitzenbelastungen angeboten. Aufgrund der regionalen zunehmenden Belastung der Verkehrssysteme und Umschlagsplätze stieg die Nachfrage im letzten Jahr massiv. Die steigende Nachfrage konnte aufgrund Personalengpässe nicht vollumfänglich durch den Geschäftsbereich abgedeckt werden. Das führte dazu, dass die Kunden Konkurrenzanbieter in die Ordnungsdispositive eingebunden haben. Diese Neuanbieter verschärfen die Margensituation des Geschäftsbereiches Ordnungsdienste. Es zeigt sich zunehmend, dass die Ressourcenbasis, d.h. Flexibilität, für das Geschäft massgeben sein wird.

Projektgeschäft Sicherheit

In diesen bis dato für die Airport Service AG Bereich Sicherheit und Ordnung wesentlichen Dienstleistungen hat sich eine verschärfte Konkurrenzsituation eingestellt. Die Beratungs- und Projektschwerpunkte haben sich auf ICT- und Technologie-Management und Integration von Technologie in Sicherheitskonzepte entwickelt.

Die fehlenden Ressourcen der Airport Service AG haben dazu geführt, dass in den letzten Jahren dieser Teilgeschäftsbereich an Konkurrenzunternehmen verloren ging.

Die Nachfrage nach Technologieeinsatz im Sicherheitsbereich wird in Zukunft ein zentraler Erfolgsfaktor für alle Dienstleistungsanbieter in der Branche. Die Airport Service AG wird diese Herausforderungen im Rahmen des Technologieausbaus mit der neuen Strategie antizipieren.

Bereich Passagierdienstleistungen

Im klassischen Geschäftsbereich musste 2017 die Personalbasis sukzessive ausgebaut werden. Dieser Ausbau war notwendig, da die Handlingsagents und die Airlines zunehmend die Flexibilität der Airport Service AG beanspruchen. Die höheren Anforderungen an die Flexibilität führen zu gestiegenen Bereitschaftskosten. Die höheren Bereitschaftskosten konnten mit den Einnahmen aus den bestehenden Verträgen nicht kompensiert werden. Mehrausgaben im Personalbereich, denen keine wesentlichen Mehreinnahmen gegenüberstanden waren die Folge.

Geschäftsbereich Fracht

Im Frachtgeschäft zeichnete sich eine erfreuliche Entwicklung ab. Die Nachfrage nach fluiden Lagerplätzen hat stark zugenommen und es zeigt sich, dass dieses Frachtlagerangebot von vielen Unternehmen geschätzt wird.

Die Komplexität der Zollabwicklung hat trotz internationalen WTO Bemühungen eher zugenommen. Das ist vor allem darauf zurückzuführen, dass die heimische Industrie zunehmend mit neuen „exotischeren“ Handelspartnern in Geschäftsbeziehungen treten und somit die Anforderung an die Vertriebs- aber auch Einkaufslogistik zunimmt.

Die generellen Entwicklungen des Supply Chain Management machen es für export- und importorientierte Unternehmungen notwendig, die Aussenhandelsgeschäfte professionell abzuwickeln. Das zeigt sich an der Tendenz zum Outsourcing.

Der Gesamtmarkt wächst und die beschränkenden Parameter sind eher bei den Personalressourcen zu suchen. Die Nachfrage nach qualifizierten Logistik- und Aussenhandelskaufleuten nimmt stark zu.

Der Einzug moderner Kommunikationsmittel im Logistikbereich führt dazu, dass laufend Investitionen in neue Technologien getätigt werden müssen (Beispiel: RFDI und Industrie 4.0 Thematik).

Verlauf des Geschäftsjahres

Sicherheits- und Ordnungsdienste

Insbesondere der Sicherheits- und Ordnungsdienst war durch verschärfte internationale Anforderungen an die Flughafensicherheitsdispositive gefordert. Die amerikanische Luftfahrtbehörde hat hier - vor dem Hintergrund der terroristischen Aktivitäten - die bereits hohen Anforderungen weiter ausgebaut. Diese Verschärfung hatte auch direkten Einfluss auf die Standards der europäischen Flughäfen.

Das zunehmende Passagieraufkommen führte zu Engpässen im Verkehrssystem und im Parkingbereich. Der Flughafenhalter hat hier vermehrt auf die Dienstleistungen der Airport Service AG zurückgegriffen. Insbesondere die Um- und Neubautätigkeiten führten zur Beanspruchung des Ordnungsdienstes der Airport Service AG. Erfreulich ist die Zunahme der Kunden ausserhalb des Flughafens. Es zeigt sich, dass die Marke Airport Service für Unternehmen und Industrien Vertrauen schafft.

Passagierbereich

Die von Airlines und Handlingsagents anvisierte zunehmende Beanspruchung der Passagiere des Self-Check-In hat zu einer gesteigerten Nachfrage nach Assistenzdiensten für die Passagiere geführt. Im Weiteren hat der Betreuungsaufwand für VIP und für Kinder zugenommen.

Die Qualität der Gepäckumladung auf anderen Flughäfen für Transferpassagiere hat im Lost-and-Found zu einer starken Zunahme der verlorenen Gepäckstücke geführt. Eine Thematik, mit der Airport Service AG aufgrund der zentralen Dienstleistung „Lost-and-Found“ mit wachsender Intensität konfrontiert wird.

Frachtbereich

Die Einführung des Softwareproduktes „Transflow“ hat sich bewährt. Die Frachtkunden können mit dem neuen Tracking and Tracingsystem mit allen relevanten Logistikdaten versorgt werden. Die globalen Warenströme haben sich teilweise in Länder verlagert, mit denen noch keine Freihandelsabkommen abgeschlossen wurden. Dies hat zur Folge, dass die Komplexität der Frachtabwicklung zugenommen hat. Eine erfreuliche Entwicklung zeigt sich in der Nachfrage nach externem Lagermanagement. Diese Dienstleistung wird zu-nehmend beansprucht, da Unternehmen mit der Schaffung eigener Logistikinvestitionen zurückhaltend sind.

Strategie

Die Entwicklung der Unternehmung bedingt, dass die Unternehmensstrategie neu ausgerichtet wird. Diesbezüglich hat der Verwaltungsrat beschlossen, die Führungsspitze der Airport Service AG neu zu besetzen. Zum Berichtszeitpunkt sind die Verhandlungen mit dem neuen CEO noch im Gange.

Bilanzentwicklung


Bilanz in CHF 2015 % 2016 % 2017 %
Aktiven            
flüssige Mittel 315 410 3,8 641 015 7,6 308 176 3,9
Forderungen 3 192 314 38,1 3 460 909 41,1 3 522 703 44,8
Vorräte an Sicherheitsdevices 1 345 000 16,0 1 250 900 14,9 1 450 560 18,4
Transitorische Aktiven 85 000 1,0 110 000 1,3 90 800 1,2
Total Umlaufvermögen 4 937 724 58,9 5 462 825 64,9 5 372 239 68,3
Einbauten in Gebäude 550 000 6,6 494 000 5,9 438 000 5,6
Alarmzentrale 1 200 500 14,3 1 080 500 12,8 960 500 12,2
Fahrzeuge 650 000 7,7 528 000 6,3 394 000 5,0
Mobiliar 950 200 11,3 805 150 9,6 706 200 9,0
Lizenz Flughafentätigkeit 100 000 1,2 50 000 0,6 0 0,0
Total Anlagevermögen 3 450 700 41,1 2 957 650 35,1 2 498 700 31,7
Bilanzsumme Aktiven 8 388 424 100 8 420 475 100 7 870 939 100,0
Passiven            
Kreditoren 345 600 4,1 378 000 4,5 390 600 5,0
Bankschuld 1 133 460 13,5 850 884 10,1 534 248 6,8
Mehrwertsteuerschuld 138 364 1,6 152 009 1,8 162 074 2,1
Darlehen 500 000 6,0 500 000 5,9 500 000 6,4
Total Fremdkapital 2 117 424 25,2 1 880 893 22,3 1 586 922 20,2
Aktienkapital 5 000 000 59,6 5 000 000 59,4 5 000 000 63,5
gesetzliche Reserven 1 000 000 11,9 1 271 000 15,1 1 539 582 19,6
Gewinnvortrag 271 000 3,2 268 582 3,2 -255 565 -3,2
Total Eigenkapital 6 271 000 74,8 6 539 582 77,7 6 284 017 79,8
Bilanzsumme Passiven 8 388 424 100,0 8 420 475 100,0 7 870 939 100,0

Entwicklung Erfolgsrechnung

Nach jahrelangen konstanter Gewinnentwicklung musste die Airport Service AG im Jahr 2017 erstmals seit vielen Jahren einen Verlust ausweisen obwohl der Umsatz in allen Geschäftsbereichen gestiegen ist.


Erfolgsrechnung in CHF 2015 % 2016 % 2017 %
Sicherheit und Ordnung 14 112 441 44,2 15 680 490 45,3 16 000 500 45,4
Passagierdienste 9 836 993 30,8 10 354 729 29,9 10 566 050 30,0
Frachtdienste 7 973 704 25,0 8 573 875 24,8 8 660 480 24,6
Total Erlöse 31 923 137 100,0 34 609 094 100,0 35 227 030 100,0
Personalkosten 28 600 868 91,7 31 130 160 92,0 32 716 700 92,2
Mieten inkl. Nebenkosten 600 000 1,9 651 000 1,9 661 500 1,9
Unterhalt Fahrzeuge 246 000 0,8 264 000 0,8 282 200 0,8
Versicherungen 32 000 0,1 34 080 0,1 35 000 0,1
Kommunikationsmittel 15 650 0,1 17 050 0,1 17 900 0,1
Drittleistungen 124 220 0,4 145 320 0,4 160 800 0,5
Zinsen 146 307 0,5 128 982 0,4 90 045 0,3
Abschreibungen Fahrzeuge 180 000 0,6 192 000 0,6 204 000 0,6
Abschreibungen AZ 120 000 0,4 120 000 0,4 120 000 0,3
Abschreibungen Mobiliar 143 200 0,5 145 050 0,4 148 950 0,4
Abschreibung Einbauten 55 000 0,2 56 000 0,2 56 000 0,2
Abschreibung Flughafenlizenz 50 000 0,2 50 000 0,2 0 0,2
Installationskosten Kunden 243 500 0,8 256 080 0,8 261 340 0,7
Lagerkosten inkl. Mieten 406 920 1,5 417 340 1,4 484 560 1,4
Sonstige 124 560 0,4 112 450 0,3 103 000 0,3
Steuern 110 000 0,3 121 000 0,4 140 600 0,4
Total Kosten 31 198 225 100,0 33 840 512 100,0 35 482 595 100,0
Gewinn/Verlust 724 912 2,3 768 582 2,2 -255 565 -0,7


Geldflussrechnung 2016 2017
Cash flow aus Betriebstätigkeit
Erfolg 768 582 -255 565
Abschreibungen Sachanlagen 513 050 528 950
Abschreibung Flughafenlizenz 50 000 50 000
Cash flow Netto-Umlaufvermögen 1 331 632 323 385
Zunahme Forderungen -268 596 -61 794
Zu- bzw. Abnahme Vorräte 94 100 -199 660
Zu- bzw. Abnahme Transitorische -25 000 19 200
Zunahme Kreditoren 32 400 12 600
Zunahme Mehrwertsteuerschuld 13 645 10 066
Cash flow Betrieb 1 178 182 103 797
Investitionsbereich
Kauf Fahrzeug mobilie Einsatzzentrale -70 000 -70 000
Kauf neue Software und Ersatz Server   -50 000
Free Cash flow 1 108 182 -16 203
Finanzierungsbereich
Rückzahlung Bankschuld -282 576 -316 636
Gewinnausschüttung -500 000 0
Veränderung flüssige Mittel 325 606 -332 839
Anfangsbestand flüssige Mittel   315 410   641 015
Endbestand flüssige Mittel   641 015   308 176
Veränderung der flüssigen Mittel   325 605   -332 839

Die Bankschuld ist eine mittelfristige Verpflichtung auf der Basis eines Kontokorrentkredites. Die Abzahlung kann von der Airport Service AG innerhalb der Blankokreditlimite von CHF 1‘000‘0000 frei gewählt werden (Vertragsstand: Ende 2017).

Die mobile Einsatzzentrale wurde in zwei Tranchen beschafft. Dabei wurde 2016 eine Vorauszahlung und 2017 die Endzahlung geleistet.

Die Softwarebeschaffung ist im Zusammenhang mit der mobilen Einsatzzentrale notwendig geworden. Aus Internetsicherheitsgründen wurde die Einsatzzentralenapplikation auf einem eigenen Server installiert, der im Jahr 2017 angeschafft wurde.

Anhang zur Jahresrechnung 2017

Gesetzlich vorgeschriebene Angaben nach Art.663b Obligationenrecht

Bericht der Revisionsstelle an die Generalversammlung der Airport Service AG.

Bericht der Revisionsstelle zur Jahresrechnung

Als Revisionsstelle haben wir die beiliegende Jahresrechnung der Airport Service AG bestehend aus Bilanz, Erfolgsrechnung und Anhang, für das am 31. Dezember 2017 abgeschlossene Geschäftsjahr geprüft.

Verantwortung des Verwaltungsrates

Der Verwaltungsrat ist für die Aufstellung der Jahresrechnung in Übereinstimmung mit den gesetzlichen Vorschriften und den Statuten verantwortlich. Diese Verantwortung beinhaltet die Ausgestaltung, Implementierung und Aufrechterhaltung eines internen Kontrollsystems mit Bezug auf die Aufstellung einer Jahresrechnung, die frei von wesentlichen falschen Angaben als Folge von Verstössen oder Irrtümern ist. Darüber hinaus ist der Verwaltungsrat für die Auswahl und die Anwendung sachgemässer Rechnungslegungsmethoden sowie die Vornahme angemessener Schätzungen verantwortlich.

Verantwortung der Revisionsstelle

Unsere Verantwortung ist es, aufgrund unserer Prüfung ein Prüfungsurteil über die Jahresrechnung abzugeben. Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit dem schweizerischen Gesetz und den Schweizer Prüfungsstandards vorgenommen. Nach diesen Standards haben wir die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass wir hinreichende Sicherheit gewinnen, dass die Jahresrechnung frei von wesentlichen falschen Angaben ist.

Eine Prüfung beinhaltet die Durchführung von Prüfungshandlungen zur Erlangung von Prüfungsnachweisen für die in der Jahresrechnung enthaltenen Wertansätze und sonstigen Angaben. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemässen Ermessen des Prüfers. Dies schliesst eine Beurteilung der Risiken wesentlicher falscher Angaben in der Jahresrechnung als Folge von Verstössen oder Irrtümern ein. Bei der Beurteilung dieser Risiken berücksichtigt der Prüfer das interne Kontrollsystem, soweit es für die Aufstellung der Jahresrechnung von Bedeutung ist, um die den Umständen entsprechenden Prüfungshandlungen festzulegen, nicht aber um ein Prüfungsurteil über die Wirksamkeit des internen Kontrollsystems abzugeben.

Die Prüfung umfasst zudem die Beurteilung der Angemessenheit der angewandten Rechnungslegungsmethoden, der Plausibilität der vorgenommenen Schätzungen sowie eine Würdigung der Gesamtdarstellung der Jahresrechnung.

Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise eine ausreichende und angemessene Grundlage für unser Prüfungsurteil bilden.

Prüfungsurteil

Nach unserer Beurteilung entspricht die Jahresrechnung für das am 31. Dezember 2017 abgeschlossene Geschäftsjahr dem schweizerischen Gesetz und den Statuten.

Berichterstattung aufgrund weiterer gesetzlicher Vorschriften

Wir bestätigen, dass wir die gesetzlichen Anforderungen an die Zulassung gemäss Revisionsaufsichtsgesetz (RAG) und die Unabhängigkeit (Art. 728 OR) erfüllen und keine mit unserer Unabhängigkeit nicht vereinbare Sachverhalte vorliegen.

In Übereinstimmung mit Art. 728a Abs. 1 Ziff. 3 OR und dem Schweizer Prüfungsstandard 890 bestätigen wir, dass ein gemäss den Vorgaben des Verwaltungsrates ausgestaltetes internes Kontrollsystem für die Aufstellung der Jahresrechnung existiert. Wir müssen jedoch den Vorbehalt anbringen, dass das IKS nicht den heutigen Standards entspricht. Diesbezüglich wurde der Verwaltungsrat orientiert.

Der Verwaltungsrat hat den Gewinnvortrag 2016 auf die Reserven 2017 gutgeschrieben und hat auf die Verrechnung mit dem Verlustvortrag 2017 verzichtet.

Wir bestätigen, dass der Antrag über die Verwendung des Verlustvortrages dem schweizerischen Gesetz und den Statuten entspricht und empfehlen, die vorliegende Jahresrechnung zu genehmigen.

Revisions AG

Urs Frei

zugelassener Revisionsexperte

Leitender Revisor

Stefan Meier

zugelassener Revisionsexperte

Zürich, im Januar 2018